Kinderspiel

Topfschlagen

Wo geht es lang in meinem Leben?

Wo fühlt es sich lebendig und frisch an?

Wo schmeckt es eher abgestanden und verstaubt?

*

Da fällt mir das Kinderspiel „Topfschlagen“ ein, was im Kleinkindalter bei jedem Geburtstag ein Renner war. Für diejenigen, die es nicht kennen, skizziere ich es kurz:

Ein Kind bekommt die Augen verbunden und einen Kochlöffel in die Hand. Meist ist es ein Erwachsener, der eine Süßigkeit irgendwo auf den Boden legt und einen Topf darüber stülpt. Das Kind wird sanft gedreht, damit es die Orientierung im Raum verliert und dann in die Krabbelposition gebracht. Es soll durch den Raum kriechen und mit dem Kochlöffel auf den Topf schlagen, um dann die Gabe darunter als Belohnung zu bekommen. Alle anderen Kinder im Raum geben durch Zurufe eine Navigationshilfe, indem sie Begriffe von Wärme und Kälte in den Raum rufen. Die Nuancen von eiskalt zu wärmer und heiß sind Führung für den „Blinden“. Alle haben ihren Spaß daran und freuen sich, wenn der metallene Ton erklingt, das Kind die Binde abnimmt und den Finderlohn hervor holt. Dann ist das nächste Kind an der Reihe.

*

Wie funktioniert Führung als Erwachsene in meinem Leben? Ist das noch wie im Kinderspiel? Wer ruft mir jetzt die Lösung von Herausforderungen zu?

*

Ich sehe es inzwischen so:

Wenn eine Herausforderung in meinem Leben auftaucht,

(Die Binde ist vor meinen Augen und ich soll den Topf finden)

ist die Lösung bereits im Feld.

(Die Süßigkeit ist im Raum versteckt.)

*

Ich vertraue darauf, dass ich sie finde und lausche auf die Führungsimpulse – in mir und vom Spiegel im Außen.

(Die Zurufe kommen)

Wenn alles zäh vorwärts geht, sollte ich die Richtung wechseln.

(„kälter!“)

Wenn ich mich freudig fühle und Synchroniztäten auftauchen, weiß ich, dass ich in der richtigen Richtung unterwegs bin.

(„wärmer!“)

Auf einmal zeigt sich ein Tor.

(„heiß!“)

Wenn ich dann hindurchgehe, habe ich die Lösung gefunden.

(Ich esse die Süßigkeit.)

*

So einfach könnte es sein!

Doch wenn das Spiel zu lange dauert, erinnern wir uns manchmal nicht mehr daran, bleiben in der kalten Ecke sitzen und vergessen eventuell das Geschenk, was auf uns wartet.

  • Oder wir achten nicht auf die Signale, die wir bekommen…
  • oder haben verlernt sie zu entschlüsseln…
  • oder…

Sicherlich ist nicht jede Herausforderung des Lebens so ein Kinderspiel!

Dennoch könnte uns die Erinnerung an jene Kinderfeste einen neuen Blickwinkel eröffnen und uns ermutigen, nach dem Wärmegefühl zu forschen. Glauben wir daran, dass das Leben stets den Wunsch nach Weiterentwicklung und Wachstum für uns im Gepäck hat. Es will, dass wir unter den besten „Wärmebedingungen“ erblühen, wie eine liebevolle Mutter das normalerweise für ihr Kind wünscht.

*

Wenn dieser Vergleich bei deiner derzeitigen Herausforderung hinkt, wenn du frustriert bist oder sogar sauer, über diesen Unsinn, dann fühle dich dennoch gesehen von mir und dem Leben.

Es läuft so individuell – dieses Spiel des Lebens!

***

4 Gedanken zu “Kinderspiel

  1. Oh, das ist ein wundervoller Beitrag – sehr schön erklärt. Danke für deine berührenden und vor allem zutreffenden Worte 🙂

    ❤ Grüsse und schönen Abend
    Christel

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    • Liebe Fayana,
      es freut mich, wenn du das Kinderspiel in deinem Leben wiederfindest. Gerne habe ich meine Sicht dazu geteilt!
      Alles Liebe für Dich und eine gute Nacht
      wünscht Dir von Herzen Heidrun

      Liken

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