Lektionen, die mir CFS (eine Krankheit) beigebracht hat

zuhören

Foto: Vanessa Caricato, VCCreation

*

CFS hat mich durch seine Lektionen verwandelt!

Heute (8.2.19) bin ich mit dem Wunsch aufgewacht, meine lange Auszeit, die mir die Stoffwechselerkrankung CFS (Chronisches Erschöpfungs-Syndrom) bis November 2017 beschert hatte, Wert zu schätzen. Ihr wisst ja, wenn man in einer Herausforderung drin steckt, dann sieht man den Segen nicht, den diese Situation ebenfalls beinhaltet.

Jetzt – im Abstand – erkenne ich erst, wie lohnenswert auch diese Zeit in meinem Leben war.

Nachdem es viele Betroffene mit CFS gibt, (oder mit anderen Erkrankungen, die mit dauernder Müdigkeit einher gehen) habe ich mich entschieden, die Lektionen, die ich in dieser Zeit lernen durfte, zu benennen. Vielleicht berührt Dich etwas davon, was Dir Mut macht und Dein Durchhaltevermögen stärkt. Vielleicht bekommst Du eine Ahnung, wie es gehen könnte, aus dem „Labyrinth“ von CFS heil heraus zu kommen.

Mit Achtung und Wertschätzung für Dich und Deinen Weg, lege ich „meine Lernfächer“ in Deine Hände. Du entscheidest, welche Lektionen auch für Dich wichtig sind. Sie bringen Dich vielleicht zum Weinen oder Lachen, zum Staunen oder Ablehnen.

Pass auf Deine spontanen Reaktionen auf! Sie könnten Dir Deinen nächsten Schritt zeigen.

*

Lektion 1: Das JA zum Leben

Willst Du wirklich LEBEN?

Triff jeden Tag die Entscheidung leben zu wollen. Sag JA zum Leben, so wie es sich in diesem Moment darstellt. Nimm es ganz. Du hattest viele schöne Jahre. Jetzt ist eben einmal eine Herausforderung dran! Daran wirst Du wachsen. Nur dazu ist sie in Dein Leben gekommen. Ein Weckruf!

Dein JA öffnet Dich für das Leben und das Leben weitet sich dadurch in Dich hinein. Atme es ein! Du lebst! Alles andere ist wandelbar. Mach Dich auf Wunder gefasst. Lade sie ein.

Dann geschieht der Wandel!

*

Lektion 2: Du bist wertvoll – immer!

Wir haben in der Schule und im Berufsalltag beigebracht bekommen, dass wir nur dann wertvoll sind, wenn wir etwas leisten. Viele Stunden powern zu können, wird bewundert und mit Geld honoriert. Kein Wunder, dass der eigene Selbstwert einknickt, wenn wir z. B. durch CFS über einen langen Zeitraum nichts arbeiten können. Doch es ist Deine große Chance, aus dem alten, mentalen Glaubensgebäude hinaus in die Freiheit zu treten und zu fühlen: „ICH BIN – wie wertvoll!“

Du hast genug Zeit, innerlich diesen Wandel zu vollziehen und ihn einzuüben. 😉

Diese tiefe Wahrheit, kann Dir kein Job und kein anderer Mensch geben.

*

Lektion 3: Ohne Selbstliebe geht´s nicht weiter!

Weil die Schwäche so groß ist und kleinste Kleinigkeiten die Befindlichkeit beeinträchtigen, hast Du die Chance, Dich ganz genau kennen zu lernen.

„Was tut mir gut, was nicht?“

Das ist nicht immer gleich. Es variiert von Tag zu Tag. Du darfst also sehr wach für Dich werden, auch wenn Du für ein Tun im Außen zu müde bist. Wenn Du liebevoll mit Dir umgehst, dann wirst Du erleben, dass es Dir einen Hauch besser geht und das macht das Leben lebenswerter. Erlaube Dir mehr davon, folge Deiner FREUDE und streiche, was Du meinst tun zu sollen…

Und vor allem sag Dir regelmäßig: „Ich liebe mich, auch wenn da gerade CFS zu Gast ist!“

*

Lektion 4: Nein-Sagen lernen!

Hast Du Dich damit identifiziert, es anderen Recht machen zu wollen? Das geht jetzt nicht mehr. Du darfst lernen zu den Wünschen der anderen NEIN zu sagen und Dich an die 1. Stelle in Deinem Leben zu setzen. Nur wenn Du optimale Energie für Dich hast, kannst Du mit leichtem Herzen geben. Akzeptiere, dass Deine Kraft gerade unzuverlässig ist und halte Dir offen, einen Termin jederzeit absagen zu können.

Echte Freunde bleiben, denn sie fühlen, dass es noch ein Überlebens-Modus ist, mit dem Du gerade agieren kannst. Das ist okey!

Es kommen wieder andere Zeiten!

* * *

Es gibt noch mehr Lektionen – in den nächsten Beiträgen! Dieser wird sonst zu lang. 

Jeder Morgen spült weitere „Lernfächer“ in mein Bewusstsein, die ich in dieser ungeplanten „Studienzeit“ belegt hatte. Das ist gerade ein interessanter Prozess! Ich nenne ihn:

Die Ernte einfahren

*

War das für Dich hilfreich?  Als Betroffene/r? Was interessiert Dich dazu? Schreib es doch in das Kommentarfeld.

 

 

 

13 Gedanken zu “Lektionen, die mir CFS (eine Krankheit) beigebracht hat

  1. Liebe Heidrun!

    Herzlichen Dank für diesen Beitrag.

    Ich kann ihn und die dazugehörigen Lektionen gerade sehr gut gebrauchen.

    …….. Mehr kommt jetzt in diesem Moment nicht über die Tastatur.

    Einfach ein Danke.

    Und ganz liebe Vorfrühlingsgrüße von hier nach da…

    Ich wünsche dir weiter gutes Gelingen für dein Tun und Lassen!

    Bis bald mal wieder,

    Gabi

    Gefällt 1 Person

  2. Schön, liebe Heidrun, deine Lektionen zu lesen … das tut auch gut, wenn man keine CFS hat(te) oder ein Burn-Out oder in einer Depression war oder steckt.
    Die moderne Leistungsgesellschaft darf einen niemals voll vereinnahmen, sonst ist das Ende der Fahnenstange bald erreicht… man muss auf sich selbst hören …
    Liebe Morgengrüße vom Lu

    Gefällt 2 Personen

    • Lieber LU,
      wir sind alle dazu aufgerufen, das heraus zu finden, was uns wirklich gut tut – egal wie der „Lehrmeister“ heißt, der uns vom Leben dazu geschickt wurde. In der Schule war das leider kein Unterrichtsfach, obwohl es heißt, dass sie die Kinder auf das Leben vorbereitet. 😉
      Ich würde mich freuen, wenn meine Sammlung für viele hilfreich ist. Dann hat diese Schulung noch einen weiteren Sinn gehabt.
      Viel Freude heute durch Deinen Tag
      wünscht Dir
      Heidrun

      Gefällt 2 Personen

      • Liebe Heidrun,
        ich denke, in der Schule würden solche Themen noch nicht allzu viel „bringen“. Die jungen Menschen können kaum echt verstehen, was hinter Depression, CFS, Burnout, Herzpanik usw. steckt …
        das ist ja im Prinzip noch schwieriger zu kapieren als Höhere Mathematik!

        Wichtigst ist es, dass man SELBST merkt irgendwann, dass ein Leben ohne Selbstbewusstsein, ohne Selbstliebe usw. nicht funktionieren KANN!
        Und dann alles daran setzt hier zu punkten, sich dbzgl. gut in der Lebensbalance zu halten.
        Ohne Eigeninitiative geht nicht viel; es kann kein anderer für dich dein Leben leben…

        Herzlich, Lu

        Gefällt 2 Personen

      • Lieber Lu,
        wenn in der Schule nicht nur das Gehirn trainiert werden würde, sondern auch herzbasiertes Lernen Einzug halten würde, dann würden diese Erkrankungen Fremdwörter sein, die man nicht erklären müsste. 😉
        Herzlich zurück
        Heidrun

        Gefällt 2 Personen

      • Sag niemals nie, solange die Erde und die Menschen leben. 😉
        Es gibt gute Ansätze aus denen neue, kreative Menschen hervorgehen wie z. B. in der Tekos-Schule in Russland. Auch Christina von Dreien möchte in der Schweiz so eine Projekt-Schule aufbauen. Das könnte nach Deutschland überschwappen und Lichtpunkte in der schulischen Landschaft setzen.

        Hier ist der Bericht von einem deutschen Lehrer, der sich dort im April 2018 umgeschaut hat, um Praktiken kennen zu lernen, die man auch in deutschen Schulen übernehmen könnte:

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s