Corona – die Krönung!

Krone im Gegenlicht

Freund „Zufall“ hat mir den langen Aufsatz von Charles Eisenstein (US-amerikanischer Kulturphilosoph und Autor) „Die Krönung“ in die Hände gespielt, der es meiner Meinung nach Wert ist, ganz gelesen zu werden. Hier kopiere ich nur das Ende, um Dir einen Vorgeschmack auf die positive Ausrichtung dieses Autors und seine Visionskraft zu geben.

„………………

Bitte glaub nicht, es sei eine reine Willensfrage, sich zwischen Angst und Liebe zu entscheiden, oder dass die Angst wie ein Virus besiegt werden kann. Das Virus, mit dem wir es hier zu tun haben, ist Angst, sei es die Angst vor COVID-19 oder die Angst vor einer totalitären Reaktion darauf, und dieses Virus hat auch seinen Nährboden. Angst gemeinsam mit Sucht, Depression und einer ganzen Reihe körperlicher Leiden gedeiht auf diesem Boden von Getrenntheit und Trauma: dem vererbten Trauma, dem Kindheitstrauma, der Gewalt, dem Krieg, dem Missbrauch, der Missachtung, der Scham, der Bestrafung, der Armut und dem stillschweigend zur Normalität gehörenden Trauma, das fast jede und jeden betrifft, der in einer monetarisierten Gesellschaft lebt, moderne Beschulung absolviert oder ohne Gemeinschaft oder Ortsverbundenheit lebt. Dieser Boden kann verändert werden durch Traumaheilung auf einer persönlichen Ebene, durch systemischen Wandel hin zu einer Gesellschaft mit mehr Mitgefühl, und durch eine Neuerzählung der Geschichte, die unsere Welt erklärt, und die momentan von der Getrenntheit handelt: Vom getrennten Selbst in einer Welt des Anderen – ich getrennt von dir, die Menschheit getrennt von der Natur. Allein zu sein ist eine Urangst, und die moderne Gesellschaft hat mehr und mehr dazu geführt, dass wir allein sind. Aber die Zeit der Wiedervereinigung ist da. Jede Geste des Mitgefühls, der Güte und Freundlichkeit, des Mutes und der Großherzigkeit heilt uns von der Geschichte der Getrenntheit, denn sie versichert beiden, Handelnden und Zeugen der Handlung, dass wir im selben Boot sitzen.

Ich werde zum Abschluss noch eine weitere Dimension der Beziehung zwischen Mensch und Virus ins Feld führen. Viren sind wesentlich für die Evolution, nicht nur die der Menschen, sondern aller Eukaryonten. Viren können DNA von einem Organismus zum anderen transportieren, manchmal auch in die Keimbahn (wodurch die Änderung erblich wird). Bekannt unter der Bezeichnung „Horizontaler Gentransfer“ ist das ein Grundmechanismus der Evolution, der es dem Leben ermöglicht, gemeinsam viel schneller zu evolvieren, als es durch rein zufällige Mutation möglich wäre. Lynn Margulis hat es einmal so ausgedrückt: „Wir sind unsere Viren.“

Und jetzt betrete ich spekulatives Terrain: Vielleicht haben die großen Krankheiten unserer Zivilisation unsere biologische und kulturelle Evolution beschleunigt, vielleicht verleihen sie uns genetische Schlüsselinformation und ermöglichen uns beides, eine individuelle und eine kollektive Initiation. Könnte die herrschende Pandemie genau das sein? Neue RNA-Codes breiten sich von Mensch zu Mensch aus und versorgen uns mit neuer genetischer Information. Gleichzeitig empfangen wir, gemeinsam mit den biologischen, andere, esoterische „Codes“, die unsere Narrative und Systeme unterbrechen – so wie die Krankheit die Physiologie des Körpers unterbricht. Das Phänomen folgt dem Muster einer Initiation: Eine Unterbrechung der Normalität gefolgt von einer Zwangslage, einem Zusammenbruch oder einer Feuerprobe, gefolgt von (wenn sie komplett sein soll) der Reintegration und einem Fest.

Jetzt stellt sich die Frage: eine Initiation in was? Was ist die genaue Natur und der Zweck dieser Initiation? Der Name des Virus gibt einen Hinweis: Coronavirus. Eine Corona ist eine Krone. „Neue Coronavirus Pandemie“ bedeutet: „eine neue Krönung für alle“.

Es ist schon zu spüren, welche Macht uns verliehen werden könnte. Ein wahrer Souverän läuft nicht weg aus Angst vor dem Leben oder Angst vor dem Tod. Ein wahrer Souverän beherrscht nicht und unterwirft nicht (das macht sein Schatten-Archetyp, der Tyrann). Ein wahrer Souverän dient den Menschen, dient dem Leben und respektiert die Souveränität aller Menschen. Die Krönung markiert das Hervortreten des Unbewussten in das Bewusste, die Kristallisation von Chaos in Ordnung, die Überwindung von Zwang und dessen Umwandlung in eine bewusste Entscheidung. Wir werden die Regenten dessen, was uns regiert hat. Die neue Weltordnung, die die Verschwörungstheoretiker fürchten, ist ein Schattenbild der grandiosen Möglichkeit, die souveränen Wesen offen steht. Nicht länger Vasallen der Angst, können wir Ordnung im Königreich machen und eine Gesellschaft aufbauen, die sich auf die Liebe einigt, die schon durch die Ritzen in der Welt der Getrenntheit schimmert.“

Quelle: Die Krönung von Charles Eisenstein veröffentlicht im April 2020 auf seiner Webseite.

Übersetzung von Eike Richter, Michelle Warkentin, Stephan Pfannschmidt, Daniel Germer und Nikola Winter. Es gibt eine englische Version dieses Aufsatzes.
Die Verlinkungen innerhalb des zitierten Textes stammen von Charles Eisenstein
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Mir fällt dazu mein eigener Text „Krönung“ vom Juni 2015 ein. Vielleicht findet das jetzt kollektiv statt, was damals mein persönliches Erleben war?

3 Gedanken zu “Corona – die Krönung!

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